Der Einfluss des Ozons auf den Stickstoffkreislauf

Ozon übt einen intensiven Einfluss auf den Stickstoffkreislauf aus. Es oxidiert bei pH-Werten über 7, also vor allem im Seewasser mit einem pH-Wert von ca. 8,2, das giftige Ammonium zum Nitrat. Bei pH-Werten im Bereich von 7, also vor allem im Süßwasser, wird das giftige Ammonium/Ammoniak vom Ozon nicht oxidiert. Hier ist man für diese Oxidationsstufe auf die bakterielle Oxidation angewiesen. Die besonders giftige Nitritstufe wird in jedem Fall vom Ozon zu Nitrat oxidiert, wobei diese Reaktion pH-Wert-unabhängig ist, also im Seewasser ebenso abläuft wie im Süßwasser. Dies ist umso wichtiger, als dass Nitrit schon in geringsten Spuren ein tödlich wirkendes Fischgift ist .Der Abbau von Nitrit und Ammoniak um so schneller je höher die Ozonleistung ist.

Insbesondere bei der Nitritoxidation mit Ozon sollte aber auch daran gedacht werden, dass Ozon nur ein Hilfsmittel bei der Aquarienwasseraufbereitung sein kann. Bei plötzlich auftretenden Nitritspitzen sollte man nicht nur das Ozongerät auf volle Leistung stellen, sondern vor allem auch nach der Ursache suchen. Liegt es vielleicht an einem unbemerkt verendenden Tier, finden im Bodengrund unkontrollierte Faulprozesse statt oder liegt es gar am Filter, der nicht mit Sauerstoff versorgt ist und daher nitrifizierende Bakterien nicht ansiedeln kann? Häufig arbeiten insbesondere Schnellfilter anfangs durchaus gut aerob. Je mehr Schmutz sie herausgefiltert haben, umsomehr Sauerstoff wird innerhalb des Filters verbraucht. Die aerobe Biologie stirbt langsam ab, und der Filter "kippt um". Die Folge kann eine sehr hohe Nitritspitze im Wasser sein, da der Filter jetzt nicht mehr Nitrit abbaut, sondern ganz im Gegenteil Nitrit abgibt! Zu empfehlen ist also eine regelmäßige Filterreinigung oder besser ein belüfteter Rieselfilter.

Der Einfluss des Ozons auf die organische Belastung

Die allgemeine Belastung eines Wassers mit organischer Verschmutzung kann man, ohne näher auf die einzelnen Verbindungen einzugehen, mit dem biologischen Sauerstoffbedarf (BSB-Wert) angeben. Je geringer der BSB-Wert ist, umso besser ist die Wasserqualität. Wie das unten stehende Bild zeigt, kann die organische Belastung, gemessen als BSB-Wert, ebenfalls mit Ozon abgesenkt werden. Insbesondere organische Trübstoffe, die dem Wasser eine Gelbfärbung geben, werden durch Ozon entfernt. Gelbstoffe wirken auf Fische als Stressfaktor! Ozon ist in der Lage, ein kristallklares Wasser zu schaffen.

Der Einfluss des Ozons auf den Keimgehalt

Eine sehr wichtige Eigenschaft des Ozons ist seine entkeimende Wirkung. Ozon ist in der Lage, bei Anwendung sehr geringer Konzentrationen eine keimtötende Wirkung gegenüber Viren, Bakterien sowie anderen Krankheitserregern zu entfalten. In einem Aquarium kann es allerdings nicht Sinn der Ozonanwendung sein, ein steriles Wasser zu erreichen. Das wäre für Fische und niedere Tiere nicht erträglich.

Die für die Aquarientechnik gelieferten Ozonisatoren sind so ausgelegt, das überschießende Kulturen von Krankheitserregern abgetötet werden, ohne allerdings eine totale Sterilität erreichen zu können. Auf diese Weise lebt der Fisch in einem gesunden, aber doch biologisch belebten Wasser.